Witz-Licht 5

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Im Jahr 1 n.C. (neue Zeitrechnung, siehe „Witz-Licht 1“) scheint sich bei unseren österreichischen Nachbarn die Hausmeister-Mentalität breitzumachen. Jeder beäugt misstrauisch jeden und schon beim leisesten Verdacht wird den Behörden Meldung erstattet. Oder ist es eher die Blockwart-Men­talität, die da wieder hochkommt und einen bestimmten Menschentyp dazu animiert, seinen Mit­menschen selbst ausgedachte Verhaltensregeln vorschreiben zu wollen?

In unserer Gemeinde versucht ein übereifriger Ex-Orts-Bürgermeister halb Destedt zu erziehen. Wie sagt man doch so schön: Blinder Eifer schadet nur. Was wohl als nächstes kommen wird? Vielleicht in schwarzer Schrift auf gelbem Grund:

Hallo,
Sie haben Langeweile wegen der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Epedemie? Wie wär´s denn, wenn Sie mal wieder die Abfallfibel der Gemeinde aufmerksam durchlesen und im An­schluss daran den Inhalt des Gelben Sacks überprüfen? Bei der nächsten Abholung müssten das dann nämlich nicht die Fahrer der Müllabfuhr tun, die wegen der überhand nehmenden Essensver­packungen sowieso die doppelte Arbeit haben und Überstunden schieben müssen? Und diese Steu­ergelder werden in dieser Zeit wahrlich für dringendere Probleme benötigt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Mülltrennungsvorstandsoberbeauftragter

Hmh. Warten wir es ab. Oder kommt erst ein grüner Zettel, natürlich wieder schwarz beschriftet:

Hallo,
Sie haben Langeweile wegen der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Epedemie? Wie wär´s denn, wenn Sie mal wieder auf und vor allem vor Ihrem Grundstück Unkraut ziehen? Beim nächsten Regenguss könnte dies sonst so was von in die Höhe schießen…

Nein, das war jetzt nicht richtig durchdacht. Schließlich wird Unkraut-Ziehen auf Privatgrund­stücken nicht mit Steuergeldern finanziert. Obwohl: Wenn der Wind den Unkraut-Samen pusteblu­mengleich auf öffentliche Plätze weht, die dann wiederum auf Gemeindekosten…

Ach was, lassen wir das, der grüne Zettel wird wohl demnächst erst mal nicht kommen, ist eben doch nicht alles so FEDERleicht, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Außerdem scheinen die Leute im Moment nichts Wichtigeres zu tun zu haben, als ihre Grundstücke und Gärten zu pflegen, ihre Böden und Keller zu entrümpeln, ihre Zäune, Türen, Fenster, Hauswän­de zu streichen und was Ihnen sonst noch so einfällt. Scheinbar aber denken sie nicht an die Gossen vor ihren Häusern, die fallen im wahrsten Sinne des Wortes ins Unterbewusste.

Dagegen hilft eigentlich nur eine unterschwellige Drohung. Kein Zettel-Verteilen, keine öffentli­chen Aufrufe (eine Einzelperson läuft in der Abenddämmerung mit Megaphon durch den Ort „Hallo, wie wär´s denn…).

Nein, da hilft nur eine Nacht-und-Nebel-Aktion: Einfach mal wieder einen Galgen aufstellen. Hat in Destedt ja Tradition. Schließlich wurde selbst der Ortsname wohl von „De Stätte“ abgeleitet, im Dörfle war halt die Hinrichtungsstätte der Braunschweiger Justiz.

Aber wo stellt man das Ding hin? Am besten doch dort, wo im Moment kein Maibaum steht. Veran­kerung vorhanden, keine Zusatzkosten, alles gut.

Nein, nicht was Sie jetzt denken, keine Lynchjustiz! Alles nur symbolisch, dient nur der Traditions­pflege! Naja, ein bisschen auch der Abschreckung. Um Himmelwillen aber kein Seil dran befesti­gen!

Vielleicht könnte man ja sogar zur Abmilderung an der Rückseite einen Basketballkorb anschrau­ben, falls die Spielplätze doch nicht so schnell wieder geöffnet werden, obwohl, so dicht an der Hauptstraße…

Ich überdenke das noch mal bis nächste Woche,

Ihr Witz Witzkewitz.