Witzlicht 49 – Ephemere Praktiken und falsche Signale in Krisenzeiten

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Quelle: Wolfenbütteler SCHAUFENSTER

Das Jahr 2 n.C. (nach Corona, siehe Witzlicht 1) neigt sich dem Ende entgegen, die Infektionszahlen schießen (mal wieder) durch die Decke und wir bereiten uns auf den nächsten Lockdown vor. Feine Sache: Alle stecken den Kopf in den Sand und schon kann das Virus weder in die Nase, noch in den Rachen eindringen. Beim ersten Mal hatten wir einfach kein anderes Mittel, also war die Massnahme richtig: Augen zu und durch, kleine Kinder machen das auch so: Sie schließen ihre Augen und schon kann sie keiner mehr sehen.

Als es wärmer wurde und wir langsam wieder die Augen öffneten, war weit und breit kaum noch ein Virus zu spüren, zu sehen ja sowieso nicht. Die Optimistischsten unter uns erklärten die Pandemie für beendet, die Misstrauischen vermuteten, dass das heimtückische Gebilde sich lediglich zum Mutieren zurückgezogen hat. Letztere hatten recht: Kaum wurde es erneut kälter, stiegen die Infektionszahlen und wir lernten ein neues Wort: Inzidenzwert.

Obwohl in Asien damals schon fast alle einen Mund-Nase-Schutz trugen, wurde dies bei uns zunächst als untaugliches Mittel abgetan. Bald aber sprach sich herum, dass es zwischen mitteleuropäischer und asiatischer Atmung doch sehr viele Gemeinsamkeiten gab und wie aus dem Nichts begann bei uns ein kunterbuntes Maskennähen, was bei einigen (zum Glück nur wenigen) zum Geschäftsmodell wurde. Bald aber wurde es einigen Politikern zu bunt und blau (OP-Masken) und weiß (FFP2-Masken) wurden zur Pflicht. Nein, es war ausnahmsweise mal nicht Söder, obwohl ihm die Farbkombination gefallen haben dürfte.

Endlich wurden Impfstoffe entwickelt und zugelassen, Impfzentren wurden eingerichtet und endlich begann die Impfkampagne, die aber erstaunlich schnell abflaute, inzwischen war ja auch wieder Sommer und vielleicht würde im zweiten Jahr das Virus nicht mehr aus dem Sommerurlaub zurückkehren. Natürlich tat es uns nicht diesen Gefallen, nein, es mutierte frech weiter und zwang uns, das griechische Alphabet zu lernen, an Delta hatten wir uns schnell gewöhnt und die neue Mutation hatte noch gar keine Zeit zur Verbreitung, schon bekam sie einen Namen. Gilt er immer noch der alte Aberglaube, dass alles, was benannt werden kann, auch beherrschbar ist?

Nun also Omikron und wieder alles auf Anfang: Wie ansteckend ist diese Variante, wie gefährlich sind die Krankheitsverläufe, wie gut schützen die vorhandenen Impfstoffe dagegen?

Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir momentan zwei handlungsunfähige Regierungen haben und endlich schimpfen alle. Die einen können den Lockdown kaum erwarten, die anderen halten ihn für übertrieben, keiner blickt mehr durch, welche G-Regelung denn nun wo und ab wann gilt. Noch nie waren wohl die Signale, die von den Politikern ausgehen, widersprüchlicher. Das trifft auch auf unsere Gemeinde zu: Die Kontaktbeschränkungen unter den Feuerwehrleuten wurden wieder verschärft und kurze Zeit später blickte sie (und uns) das Antlitz des Gemeindebürgermeisters aus der Presse entgegen, fotografiert während des Eisbeinessens mit 725 Teilnehmern in der VW-Halle.

Ob dies das richtige Signal ist? Bedeutet das nicht indirekt, dass Feuerwehren wichtig sind und auch in Krisenzeiten jederzeit einsatzbereit sein müssen, dies aber auf ihren obersten Dienstherrn nicht zutrifft?

Oder trägt er ein Antivirus in sich, von dem aber noch nicht bekannt ist, ob es ansteckend ist? Dann allerdings wäre die angekündigte Veranstaltung am 2.12. im CEC der Versuch einer Wunderheilung! Das soll natürlich niemand wissen und dass dies geheim bleibt, darum bemüht sich

Ihr Witz Witzkewitz.