Zwischenlager an der Asse nach Krisengespräch doch wieder auf dem Prüfstand

0
215

Pressemeldung 19.02.21

Samtgemeindebürgermeister einig: „Schritt in richtige Richtung!“

Erleichterte Gesichter bei den beiden Samtgemeindebürgermeistern Dirk Neumann, Elm-Asse und Marco Kelb, Sickte. Nach dem Krisengipfel am 12.02.2021 mit Landesumweltminister Lies, Staatssekretär im Bundesumweltministerium Flasbarth und den Leitern der Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) Studt und Dr. Lautsch, kam es überraschend zu einem positiven Ergebnis. Die Asse soll nun doch noch einmal als möglicher Zwischenlagerstandort auf den Prüfstand gebracht werden.

Hintergrund: Noch im Sommer 2020 wurde durch Herrn Staatssekretär Flasbarth während einer Asse II-Begleitgruppensitzung völlig überraschend festgelegt, dass ein Zwischenlagerstandort an der Asse entstehen wird. Daraufhin ist eine dynamische politische Diskussion entfacht worden, die im Ergebnis die Räte aller Samtgemeinden, Einheitsgemeinden, der Stadt sowie den Kreistag des Landkreises WF gleichermaßen bewogen hat, eine Resolution zur Zwischenlagerstandortsuche für die rückzuholenden radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II zu beschließen. 280 Mandatsträger im Landkreis haben die Forderung nach einem für die Bevölkerung fairen und nachvollziehbaren Standortevergleich untermauert und so dazu beigetragen, dass es zu einem Krisengespräch gekommen ist.

In dem Gespräch am 12.02. konnte erreicht werden, dass der stattgefundene Prozess der Standortuntersuchung nochmals geöffnet und neu beleuchtet wird. Das Wichtige hieran ist, dass dieses unter Einbeziehung aller neuen Erkenntnisse und unter Mitarbeit unabhängiger Experten, also einer neutralen Begutachtung stattfinden wird, so die beiden Samtgemeindebürgermeister, die als Mitglieder der Asse 2 Begleitgruppe an dem Gespräch teilnahmen und es als äußerst intensiv und lösungsorientiert empfunden haben.

Der Expertenkreis wird sich aus BGE-Vertretern, Wissenschaftlern aus der Arbeitsgruppe Optionenvergleich (AGO) und noch zu findenden unabhängigen Experten zusammensetzen.

Das Ergebnis der Untersuchung und die dann folgenden Schritte sind offen. Mit dieser gemeinsamen Feststellung sind alle Beteiligten aus dem Gespräch herausgegangen“, betont Dirk Neumann.

Im Frühsommer werden wir dann in der gleichen Gesprächsrunde die Prüfungsergebnisse vorlegen lassen und beraten. Besonders wichtig ist dabei, ob der vereinbarte Kriterienkatalog zum Standortevergleich ordnungsgemäß angewendet wurde. Zum Beispiel im Hinblick auf die Einflussnahme eines Zwischenlagers auf das Landschaftsbild, die Natur und die Umwelt“, so die beiden Samtgemeindebürgermeister.

Als positiv zu bewerten ist, dass das Land in diesem jetzigen Prozess die koordinierende und auch vermittelnde Rolle einnehmen wird.

Beide Samtgemeindebürgermeister unterstreichen noch einmal, dass es die Menschen in dieser Region verdient haben, einen für sie plausiblen und nachvollziehbaren Standortevergleich zu erhalten.

Die Menschen müssen eine Standortentscheidung verstehen können. Und dazu gehört es, alle Kriterien, die das Leben der Bevölkerung hier vor Ort betreffen, in eine intensive Standortuntersuchung mit

einzubeziehen“, so Neumann und Kelb.

Beide Bürgermeister hoffen sehr, dass dieses mit der erneuten Prüfung auch stattfinden wird. Das erzielte Gesprächsergebnis ist ein Schritt in die richtige Richtung, so Dirk Neumann und Marco Kelb abschließend.